So einen Menschenandrang hat das alte Rathaus von Marzahn schon lange nicht mehr erlebt. Einige Hundert Anwohner vom Helene-Weigel-Platz interessierten sich am Dienstag Abend für die Pläne der Treuhand (TLG), wie die Handelseinrichtung am Platz neu gestaltet werden soll.
Einst war der Helene-Weigel-Platz das politische Zentrum von Marzahn. Im Rathaus residierte der Bürgermeister, am Platz gab es den Wochenmarkt und viele Einkaufsmöglichkeiten. Das änderte sich mit der Zusammenlegung von Marzahn und Hellersdorf. Viele Geschäfte wurden geschlossen, ständig wechselten die Anbieter bis dann Leerstand das Kennzeichen wurde. Das soll sich nun ändern. Die Treuhand will am Helene-Weigel-Platz bauen und ein attraktives Handelszentrum errichten, das wieder Menschenströme anziehen soll.
Der Stadtrat für ökologische Stadtentwicklung Norbert Lüdtke (LINKE) machte deutlich, dass in den vergangenen Jahren am Platz viel passiert ist. Die Hochhäuser wurden saniert, der Platz neu gestaltet, die Schwimmhalle wird saniert, das Gesundheitshaus ebenfalls, jetzt sind endlich auch die Handelseinrichtungen an der Reihe. "Die Kaiser`s-Kaufhalle bleibt ein stabiler Partner", betonte Lüdtke und wertete das als positives Signal für die neue Handelseinrichtung im Zentrum von Marzahn.
Olaf Willuhn sprach von einer "entscheidenden Zäsur" für den Platz. Lange Zeit sei es nicht möglich gewesen, die Gebäude umzubauen, "heute sind neue Mieter gebunden, es ist ein attraktiver Branchenmix gefunden worden."
Seit vier Jahren laufen die Vorbereitungen bei der TLG, erklärte der Architekt Frank Jahn, "es ist eine exponierte Lage im Bezirk an zwei wichtigen Verkehrsachsen" - der Märkischen Allee und der Allee der Kosmonauten. "Die drei alten Gebäude werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt", erklärte der Architekt. "Es sollen zwei zweigeschossige Gebäude entstehen, die durch einen kleinen Mittelbau verbunden werden." Als neue Mieter werden die Markthalle, eine Bank, Apotheke, Optiker, Friseur, Drogerie-Markt und viele Arztpraxen einziehen. Bereits im Oktober soll Baubeginn sein. Das neue Handelszentrum wird im Frühjahr 2011 fertig sein. "Die Fassade wird mit Klinker den anderen Gebäuden am Platz angepasst", so erklärte Frank Jahn. Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) hätte sich diese Entwicklung schon viel früher gewünscht. Doch er ist froh über die aktuelle Entwicklung, dass trotz Wirtschaftskrise in Marzahn gebaut wird.
Olaf Willuhn erhofft sich eine Ausstrahlung auf die umliegende Region, "der Platz insgesamt wird attraktiver und das wird Wirkungen auch auf die Springpfuhlpassagen haben." Bei der Planung sei schon berücksichtig worden, welche Handelseinrichtungen es im Umfeld gibt. Für die Marzahner ist vor allem "die Zahnarztpraxis und der Drogeriemarkt sehr wichtig", schätze Willuhn ein.
Der Vorsitzende des Springpfuhl e.V. Dr. Helfrid Kreutzer bot an, das Bauvorhaben auf der Internetseite des Vereins zu begleiten, damit die Anwohner immer auf dem aktuellen Stand sind. Kreutzer verwies auf Umfragen, welche Handelseinrichtungen am Platz gewünscht werden, die der Verein bereits vor sechs Jahren gemacht hatte. Manche können nun Schritt für Schritt umgesetzt werden.
Das größte Problem sehen die Anwohner in der Parkplatzsituation. Vor allem die Parkplätze an der Märkischen Allee werden als P + R-Plätze genutzt. Gräff sicherte den Anwohnern zu, dass es eine Neuordnung der Parkplätze geben wird. Sie sollen sowohl als Kundenparkplätze und außerhalb der Öffnungszeiten als Bewohnerparkplätze zur Verfügung stehen.
Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff schlug zum Abschluß der Einwohnerversammlung vor, dass ein runder Tisch das Bauvorhaben am Helene-Weigel-Platz begleiten wird und für die Anwohner eine Informationsmöglichkeit geschaffen wird.
Klaus Teßmann
Quelle: Neues Deutschland, Sozialistische Tageszeitung, 16. Juli 2009
Quelle: Berliner Abendblatt Am Wochende, Ihre Wochenzeitung für Marzahn, 18. Juli 2009, Nr. 29, Seite 2
Marzahn. Das Einkaufen am Helene-Weigel-Platz soll künftig mehr Freude bereiten. Das verspricht die TLG, die mehrere Millionen Euro am Standort investieren will. Die Anwohner reagieren mit Skepsis oder Zustimmung auf die Pläne.
Der Komplex aus drei Gebäuden am Helene-Weigel-Platz zwischen ehemaligem Multistore und der Apotheke wird abgerissen
und durch ein zum größten Teil zweigeschossiges Gebäude ersetzt. Neben der Kaiser's-Filiale sollen sich Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister ansiedeln.
Der neue Gebäude-Komplex passt sich in der Form dem Helene-Weigel-Platz an. Klinker, die das frühere Rathaus Marzahn prägen und den Platz selbst,
sollen als Baustoff verwandt werden.
"Wir haben Vertrauen in den Standort und nehmen deshalb viel Geld in die Hand", sagt Olaf Willuhn, Leiter Marketing bei der TLG Immobilien GmbH.
Er spricht von rund zwölf Millionen Euro.
Kaiser's und auch die Apotheke werden wieder in den neuen Komplex einziehen. Außerdem sind als Gewerbemieter eine Bank,
eine Rossmann-Filiale, McGeiz, ein Optiker und ein Friseur vorgesehen. Im Obergeschoss wird eine Zahn-Klinik eröffnet.
Bei der Vorstellung der Pläne auf einer Versammlung im Foyer des alten Marzahner Rathauses gab es Zustimmung von den Anwohnern.
Es herrschte aber auch Skepsis vor. Helfrid Kreutzer von der Gewerbeinitiative "Springpfuhl e.V." freut sich über den baldigen Umbau:
"Es entsteht ein neuer Anziehungspunkt auf dem Helene-Weigel-Platz".
Andere Anwohner und Gewerbetreibende sehen den Umfang der Neuansiedlungen und den Branchenmix mit Skepsis.
Eine Gewerbetreibende aus der Springpfuhl-Passage fragt: "Wird hier nicht das ansässige Gewerbe kaputtgemacht
wie an der Marzahner Promenade durch das Eastgate?" Andere Stimmen meinten, dass es hier schon ausreichend Ärzte, Apotheken und auch Optiker gebe.
Ungeachtet der Skepsis hat die TLG Immobilien GmbH einen Bauantrag eingereicht.
Stadtentwicklungsstadtrat Norbert Lüdtke (Die Linke): "Wahrscheinlich können wir den Antrag schon im August genehmigen."
Bereits im Oktober könnte der Abriss der alten Gebäude beginnen. Verläuft alles nach Plan, eröffnen die Geschäfte im April 2011 neu.
hari
Quelle: Berliner Woche, Lokalausgabe für Marzahn, 22. Juli 2009, Nr. 30, Seite 1
Die große Überschrift "Kaiser's kommt wieder" in der Berliner Woche lässt erkennen, dass der Autor die Bedeutung des von der TLG IMMOBILIEN GmbH am 14.07.09 im Alten Marzahner Rathaus vorgestellten Projektes für die Neubebauung der Westseite des Helene-Weigel-Platzes nicht mal zur Hälfte verstanden hat.
Was endlich wieder kommt ist die Erkenntnis der Marzahner Politiker, den architektonisch gelungensten Platz des Stadtbezirks wieder zu dem zu machen, was er mal war, zu einem beliebten, gerne besuchten Teil unserer Stadt.
Mit der Neugestaltung der Westseite des Platzes soll nach der Reparatur und Modernisierung wieder ein unverwechselbarer Anziehungspunkt für die Marzahner entstehen. Ich stimme der Bemerkung des Marketing Chefs der TLG, wenn er das Projekt "als eine entscheidende Zäsur" mit weitreichenden Auswirkungen für den ganzen Platz bezeichnet, ohne jede Einschränkung zu.
Heute weiß ich nun auch, dass es keine Höflichkeitsfloskel des Stadbezirksrates für Wirtschaft war, als er im ersten Gespräch mit dem Verein am 21.01.07 erklärte, dass er die Marzahner Promenade und den Helene-Weigel-Platz für die wichtigsten Entwicklungsgebiete des Bezirks hält. Übereinstimmung konnten wir auch im darauf folgenden Gespräch mit dem Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung feststellen. Beide erklärten die Notwendigket der Verlagerung des Bürgerbüros aus dem Alten Rathhaus Marzahn nach Biesdorf-Süd und sagten zu, sich für die Durchsetzung des BVV-Beschlusses im Rathaus Möglichkeiten für eine zeitlich eingeschränkte Beratung zu schaffen, einzusetzen.
Und last not least weiß ich heute auch, dass die von den leitenden Männern der TLG in den Gesprächen im Juni 2006 und im Mai 2007 getroffene Feststellung, wonach der Helene-Weigel-Platz in ihrem Unternehmen als wichtiger Standort eingeordnet sei, in den investiert werden, soll keine Floskel war, sondern dass zu jener Zeit schon hart an einem Projekt gearbeitet wurde.
Ich habe nicht die Absicht, die Leser damit zu behelligen aufzuzählen, wer, wann oder welche Partei am meisten die Trommel gerührt hat, in welcher Zeitfolge was abläuft, wo die Baustelleneinrichtung stehen wird usw.. Wer will, kann das alles nachlesen und begucken unter www.helene-weigel-platz.de.
Nicht unerwähnt allerdings möchte ich lassen, dass die Inititatorin der Bemühungen um die Entwicklung des Platzes, die frühere Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Prof. Erika Maier war, die zu diesem Zweck die parteiübergreifende "INITIATIVE-HELENE-WEIGEL-PLATZ" ins Leben gerufen hat und dass die Weiterführung dieser Arbeit der "Springpfuhl e.V." aufgenommen hat und nach wie vor als den Hauptinhalt seiner Arbeit betrachtet.
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2009 und es ist klar, dass sich in dieser Zeit zum Teil unumkehrbare Veränderungen vollzogen haben (z.B. sind aus 3300 Quadratmetern Verkaufsraumfläche für eine verringerte und älter gewordene Bevölkerung fast 12000 Quadratmeter geworden). Daraus zu schlussfolgern, Kaiser's wird nicht gebraucht, verkennt völlig die Situation. Kaiser's wird der Kaiser bleiben, nämlich die einzige Verkaufseinrichtung am Helene-Weigel-Platz, die ein Vollsortiment anbietet. Gegebene Zusagen, z.B. im Alten Marzahner Rathaus ein mobiles Bürgerbüro einzurichten oder ein Förderprojekt City-Management Helene-Weigel-Platz einzurichten, sind noch offen. Aber genau so klar ist auch, dass wir die Vision nicht aufgeben, dass das Rathaus des Stadtbezirks dort "stattfindet" wo es mal für 25 Millionen Mark-Ost hin gebaut wurde und nicht in einem 08/15 gepachteten Bürogebäude in der Hellen-Mitte, wo allmählich immer mehr Lichter ausgehen.
Dr. Helfrid Kreutzer - Vorsitzender des Springpfuhl e.V.
Quelle: Vorabinformation einer Zuschrift für die Augustausgabe 2009 der "Marzahn-Hellersdorf links"
Der ehemalige Multistore und das zu DDR-Zeiten gebaute kleine Kaufhaus am Helene-Weigel-Platz in Marzahn sollen einem Nahversorgungszentrum weichen.
Die Gebäude stehen schon seit mehreren Jahren leer. Jetzt will der Eigentümer TLG dort zwei miteinander verbundene Zweigeschosser bauen.
Einziehen sollen nicht nur Kaiser's - der alte Supermarkt soll weichen -, sondern unter anderem auch eine Bankfiliale, eine Apotheke,
ein Optiker und ein Drogeriemarkt. Im ersten Obergeschoss werden Arztpraxen eingerichtet.
Laut Marzahn-Hellersdorfs Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) soll auch eine Zahnklinik mit 24-Stunden-Dienst einziehen.
Geschaffen werden eine direkte Verkehrsanbindung an die Märkische Allee, 30 öffentliche und 15 Mieter-Stellplätze sowie etliche Kundenparkplätze.
Das Projekt kostet nach TLG-Angaben einen zweistelligen Millionen-Betrag. Im Oktober sollen die Abrissarbeiten beginnen, im April 2011 will Kaiser's wieder öffnen. (el.)
Birgitt Eltzel
Quelle: Berliner Zeitung, 25. Juli 2009, Seite 23
Quelle: Marzahn-Hellersdorfer Zeitung, Das Bezirksblatt, 7A/2009, Seite 12