Mehr Aufmerksamkeit für den Weigel-Platz

Marzahn - Der Helene-Weigel-Platz ist wieder stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Kommunalpolitik gerückt. Darauf konnte Vereinsvorsitzender Dr. Helfrid Kreutzer auf der Jahresversammlung des Springpfuhl e.V. verweisen. Es gibt wieder regelmäßige Treffen mit den verantwortlichen Politikern Norbert Lüdtke (Stadtentwicklung) und Christian Gräff (Wirtschaft). Die Auflage eines Förderprojektes "Entwicklung des Helene-Weigel-Platzes" u.a mit Mitteln der EU wird ernsthaft erwogen.
Im Springpfuhl e.V. hatten sich die Geschäftsleute vom Helene-Weigel-Platz zusammengeschlossen, um für mehr Attraktivität am Platz zu werben.
Der Vereinsvorsitzende machte machte zum wiederholten Male auf eine Reihe von Problemen aufmerksam und informierte über die bisher erreichten Ergebnisse.

Seit zwei Jahren gibt es wieder regelmäßige Diskussionen mit den Kommunalpolitikern, um Möglichkeiten zu finden, mit deren Hilfe es gelingt, einer weiteren Verschlechterung der Rahmenbedingungen entgegen zu wirken. Im Einzugsgebiet des Platzes ist eine Anzahl von Discountern mit einer Verkaufsraumfläche entstanden, die in keinem Verhältnis mehr zur Entwicklung der Bevölkerung und der Kaufkraft steht. Vor etwa elf Jahren gab es rund 2200 Quadratmeter Verkaufsraumfläche für Waren des täglichen Bedarfs, heute sind es mehr als 10 000. Das ist zuviel. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der Stadtteil Marzahn-Süd, der vorwiegend den Bereich rund um den Helene-Weigel-Platz erfasst, - bezogen auf den Gesamtbezirk - das höchste Durchschnittsalter, den höchsten Anteil der über 50 jährigen, den geringsten Anteil der 25-50 jährigen und folglich den geringsten Anteil der Kinder/Jugendlichen von 0-18 Jahre. Gleichzeitig hat sich die Bevölkerung erheblich verringert und wird sich weiter verringern. Damit vor allem verbunden eine Veränderung Sozial- und Alterstruktursrtuktur.
Dieser Entwicklungsstand muss allen weiteren überlegungen bei der vorgesehenen Bebauung der Westseite des Platze und vor allem bei der Entwicklung eines effektiven Branchenmixes zugrunde gelegt werden.

Der Springpfuhl e.V. erwartet von den Kommunalpolitikern seit längerem ein größeres Engagement für die Entwicklung des einstigen politischem und kulturellem Zentrum von Marzahn. Es wird als positive Entwicklung bewertet, dass die Kommunalpolitik die Marzahner Promenade und den Helene-Weigel-Platz heute als die wichtigsten zu fördernden Entwicklungsgebiete des Stadtbezirks betrachtet.

Nach vielen Bemühungen ist es im März endlich gelungen, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen. Dazu gehörten neben den Bezirkspolitikern, leitende Mitarbeiter der Treuhand (TLG) als Eigentümer und Vermieter der Kaufhalle auf dem Platz, der Geschäftsführer der DEGEWO, der größte Vermieter von Wohnungen und Gewerbeflächen in diesem Gebiet und der Verein Springpfuhl e.V.. Die Treuhand habe erklärt, dass sie den Weigel-Platz als einen ihrer wichtigsten Entwicklungsgebiete in Berlin betrachtet und beabsichtige hier zu investieren. In der Beratung wurde durch den zuständigen Stadtrat geäußert, dass es Überlegungen gibt, das Bürgersamt weiter im Alten Rathaus Marzahn zu betreiben. Es ist erforderlich, dass alle Beteiligten über einen attraktiven Branchenmix nachdenken. Der Springpfuhl-Verein hat sich erneut bereit erklärt beim notwendigen Interessenausgleich zwischen den unterschiedlichen Eigentümern und der Wohnbevölkerung im Interesse eine effektiven Gesamtentwicklung intensiv mitzuarbeiten. Die Beratung wird im Juni fortgesetzt.

Heiko Gharibian von der WBG Marzahn betonte, dass es nicht darum geht neue Lebensmittelgeschäfte in die Region zu holen. Der Bedarf ist gedeckt. Als Verantwortlicher für die Gewerbeflächen der WBG Marzahn setzt sich Gharibian dafür ein, mehr Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit und Dienstleistungen an den Platz zu holen. Er forderte auch dazu auf, über die Rolle des Marktes auf dem Platz nachzudenken. "Wir wollen den Platz attraktiver machen, aber der Markt entspricht nicht diesen Ansprüchen." Dazu gehören neben den Öffnungszeiten auch ein Angebot, das so nicht am Platz zu finden ist. "Wir haben Probleme mit der Qualität des Marktes", erklärte der Vertreter der WBG. Hier sei auch die Politik gefragt, "ein Mehr an Qualität zu schaffen." Auch die WBG als größtes Wohnungsunternehmen in Marzahn setzt sich für ein Management am Weigel-Platz ein. Wir brauchen einen Management, das im Zusammenwirken mit de Springpfuhl e.V. ein attraktives Programm für so einen Platz auflegen kann. Dazu gehören nicht nur die Geschäfte, sondern auch regelmäßige Veranstaltungen auf dem Platz und im Umfeld.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Rechenschaftsbericht des Springpfuhl e.V. für das Geschäftsjahr 2006.

Klaus Teßmann

Aus Protokollen des Vorstandes des Springpfuhl e.V.:

Springpfuhl e.V.
PROTOKOLL
Sitzung des Vorstands am 30.01.2007
TOP 2 Information über die Beratung mit den SR für Wirtschaft, Herrn Christian Gräff und dem SR für ökologische Stadtentwicklung, Herrn Norbert Lüdtke
Am 21. bzw. am 22. Januar wurden dem SR für Wirtschaft, Christian Gräff und dem SR für ökologische Stadtentwicklung, Norbert Lüdtke in ausführlichen Gesprächen der Standpunkt des Vereins zur Entwicklung des Helene-Weigel-Platzes vorgetragen. Ausgangspunkt bildete die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft im Februar 2006 und die Information des SR für ökologische Stadtentwicklung , Dr. Niemann, zur Bebauung der Westseite des Helene-Weigel-Platzes im September 2006.
Der SR für Wirtschaft brachte zum Ausdruck, dass er die Marzahner Promenade und den Helene-Weigel-Platz für die wichtigsten Entwicklungsgebiete des Stadtbezirks hält.
Er verwies darauf, dass die Verlegung des Bürgerbüros nach Biesdorf-Süd im Zusammenhang mit Errichtung eines Ärztehauses vertraglich gebunden ist. Der SR sucht jedoch nach Lösungen, die ein Angebot von Bürgerdiensten auch weiterhin im Alten Marzahner Rathaus ermöglicht. Das erfordere in erster Linie die finanzielle Sicherung für die Einrichtung eines mobilen Bürgerbüros.
Es wurde zugesagt, die Auflage eine Förderprojekts "Standortentwicklung Helene-Wegel-Platz", ähnlich wie für die Marzahner Promenade, zu prüfen.
Weiterhin wurde zugesagt, gemeinsam mit dem SR für Stadtentwicklung die Möglichkeiten der Bebauung der Westseite des Platze dem Wirtschaftsbeirat des Stadtbezirks vorzulegen. Der SR schlägt vor eine Kontrollberatung zur Entwicklung de Helene-Weigel-Platzes im Wirtschaftausschuss der BVV durch den Verein anzuregen.

Der SR für ökologische Stadtentwicklung äußerte sich in der gleichen Weise. Die SR haben zu den Hauptproblemen offenkundig übereinstimmende Auffassungen. Norbert Lüdtke unterstützte ausdrück-lich die Vorschläge von Herrn Gräff.
Mit beiden Stadträten gibt es Übereinstimmung, im 1.Halbjahr eine weitesgehende Klärung der Ent-wicklungsmöglichkeiten des Platzes herbeizuführen.
Dem Verein wurde vorgeschlagen, im April/Mai zu einer Einwohnerversammlung einzuladen, in der die SR über den erreichten Stand und die getroffenen bzw. zu erwarteten Entscheidungen zu informie-ren.

Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass der Platz wieder stärker in den Blickpunkt der örtlichen Politik rückt.

Berlin, den 23.02.2006
Springpfuhl e.V.
PROTOKOLL
Sitzung des Vorstands am 04.04.2007
TOP 3 Sachstandsbericht Helene-Weigel-Platz
Das Mitglied des Abgeordnetenhauses, Frau Liane Ollech und der Bezirksstadtrat für Ökologische Stadtentwicklung des Bezirksamtes Herr Lüdtke hatten auf Bitte des Springpfuhl e.V. am 21. März zu einem Sachstandsbericht "Entwicklung des Helene-Weigel-Platzes" eingeladen.
An der Beratung haben teilgenommen:
Herr JahnTLG Immobilien GmbHLeiter der Rechtsabteilung
Herr WilluhnTLG Immobilien GmbHLeiter der Abt. Marketing/Presse
Herr GräffBA Marzahn/HellerdorfBezirksstadtrat f. Wirtschaft
Herr BielkaDEGEWOGeschäftsführer
Herr Dr. KreutzerSpringpfuhl e.V.Vorsitzender
Ziel der Beratung war ein erster Austausch von Informationen über die Probleme und vorgesehene Entwicklungsmöglichkeiten des Wohn-und Gewerbestandortes Helene-Weigel-Platz.
Die Gelegenheit wurde genutzt, um die Auffassung des Vereins zur Entwicklung des Platzes (entsprechend Bericht/Protokoll Jahreshauptversammlung Geschäftsjahr 2005) darzulegen. Dabei wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Entwicklung des Platzes weitesgehend vom Engagement der örtlichen Politik abhängt.

Die Vertreter der TLG Immobilien betonten, dass der Platz als wichtiger Standort im Unternehmen eingeordnet ist, in den investiert werden soll. Es wurde bestätigt, dass eine Bauvoranfrage eingereicht wurde. Die Leitung von Tengelmann habe entschieden, dass der Verbrauchermarkt Kaiser`s am Standort verbleibt.
Die Bauvoranfrage beinhaltet 6500 m Gewerbefläche, dar. 4000 m großflächigen Einzelhandel sowie 2500 m Dienstleistungs-und Praxisflächen. Gegenwärtig wird an der Bildung eines Nutzermixes gearbeitet.
Konkrete Termine konnten noch nicht genannt werden.
Es wurde definitiv erklärt, dass "multistore" infolge Insolvenz Ende des Monats schließt.

Der Bezirksstadtrat für Ökologische Stadtentwicklung erläuterte ausführlich die in den nächsten Jahren vorgesehenen Reparaturmaßnahmen zur städtebaulichen Aufwertung des Platzes.

Der Geschäftsführer der DEGEWO erklärte, dass einer Neuvermietung des Leerstands in der Springpfuhlpassage in Bälde gerechnet werden kann.
Er unterstützt ausdrücklich die Bemühungen des Vereins um den Erhalt der Bürgerbüros im Alten Marzahner Rathaus, besonders die Forderung des Vereins für ein stärkeres Engagement des Bezirks zur Entwicklung des Helene-Weigel-Platzes.

Der Bezirksstadtrat für Wirtschaft bestätigt seine im Januar gegebene Zusage, sich für die Auflage einer Förderprojekts "City-Management Helene-Weigel-Platz" im Rahmen der im September auszuarbeitenden EU-Förderprojekte einzusetzen.
Der Stadtrat verweist auf neue Überlegungen zum Verbleib des Bürgeramtes "Springpfuhl" im Alten Marzahner Rathaus durch eine mögliche Verknüpfung mit Aufgaben des Job-Centers.

Frau Ollech schlägt vor Beratungen zu diesem Thema zu einer regelmäßigen Einrichtung zu machen.
Der Wirtschaftsauschuss der BVV wird vom Vorsitzenden des Springpfuhl e.V. über die Ergebnisse der Beratung informiert und dar um gebeten die vorgesehenen Maßnahmen zu begleiten.

Berlin, den 29.04.2007

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