Das Bürgeramt "Am Springpfuhl" muss am Helene-Weigel-Platz bleiben

Pressemitteilungen zu folge soll das Bürgeramt "Am Springpfuhl" aus dem Alten Marzahner Rathaus nach Biesdorf-Süd in ein noch zu errichtendes Gebäude eines privaten Investors umziehen. 2 Verordnete der PDS haben deshalb in der Bezirksverordnetenversammlung im März diesen Jahres das Bezirksamt Marzahn / Hellersdorf in einem Initiativantrag "ersucht, den Bürgern der Wohn-und Gewerbegebiete um das Alte Marzahner Rathaus Leistungen auch weiterhin in einem "mobilen Bürgeramt" anzubieten- was immer das auch konkret heißt.

Offensichtlich macht es trotz leerer Kassen weiterhin Schule wichtige, bürgernahe Verwaltungsdienste, aus dem Rathaus in teure Mietobjekte zu verlegen.
Es wird, wie es scheint, auch immer mehr Praxis, den Bürgern wichtige Entscheidungen auf dem "kleinen Dienstweg" oder über die Presse in kaum wahrnehmbaren Informationen mitzuteilen. So wurde eben nicht in der Einwohnerversammlung des Bezirksamtes im Stadtteil Marzahn-Süd im Oktober 2004 über die Verlagerung des Bürgeramtes informiert, sondern das wurde mit einer knappen Notiz im Februar diesen Jahres im Lokalanzeiger erledigt.
Es bedurfte schon der hartnäckigen Nachfrage einiger Bürger, damit sich die BVV bequemte, das Problem zu behandeln. Wie sehr diese Entscheidung den Nerv der Bürger trifft zeigt sich daran, dass viele Bürger in kürzester Zeit mit ihrer Unterschrift ihren Protest zum Ausdruck bringen.

Im übrigen entspricht diese Entscheidung des Bezirksamtes auch nicht der Beschlusslage. Das Bezirksamt hat im März 2003 die Errichtung eines 6. Bürgeramtes in Biesdorf-Süd und nicht die Verlagerung und damit die Schließung des Bürgeramtes am Helene-Weigel-Platzes beschlossen. Das ist ein Beschluss, der die Erfordernisse in diesem Gebiet richtig erfasst. Das Alte Marzahner Rathaus ist von der Poelchaustraße, der Allee der Kosmonauten, der Luise-Zietz-und der Marchwitzastraße Straße sowie den angrenzenden Gebieten der Cecilienstraße von den Bürgern in einer Viertelstunde fußläufig erreichbar. Der neue Standort ist nur über die S-Bahn mit Umsteigen in Alt-Friedrichsfelde erreichbar.
Bei der Bewertung der vorgesehenen Verlagerung, muss auch beachtet werden, dass in den betroffenen Gebieten die älteste Wohnbevölkerung von Marzahn wohnt und der Bevölkerungsprognose zufolge sich die Alterstruktur weiterhin ungünstig entwickeln wird.

Bei den Geschäftsleuten aber auch den Bürgen des Helene-Weigel- Platzes entsteht immer mehr den Eindruck, dass der Wohn - und Gewerbestandort Helene-Weigel-Platz so nach und nach aus dem Blickfeld der örtlichen Politik rückt und die einsetzende Verödung des Platzes nicht mehr wahrgenommen wird.
Am Platz gibt es mittlerweile kein Restaurant mehr. Im Turm zwischen Kaiser`s und "multistore" wird billiger Ramsch aus der Kiste verkauft. Die Bepflanzung macht teilweise einen ungepflegten Eindruck. Die im Sommer vorigen Jahres begonnene Baustelle nimmt offensichtlich kein Ende.

Mit den Förderprojekten "Wohntheke Großsiedlung Hellersdorf - Wohnen und Arbeiten in Hellersdorf, Wirtschaftsstärkung und nachhaltiges Standortmarketing" und "Unterstützung der Marzahner Promenade bei der Entwicklung zum besonderen Stadtteilzentrum" werden offenkundig andere Prioritäten gesetzt, egal wie man das bewertet.

Wir erwarten , dass die durch das Bezirksamt getroffene Entscheidung zur Verlagerung des Bürgeramtes rückgängig gemacht wird.

Vorstand des Springpfuhl e.V. - Dr. Helfrid Kreutzer, Peter Bayer, Hartmut Canzler, Thoralf Terl, Ina Hölzel

Berlin-Marzahn, 15.04.2005

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