Wir stimmen mit Stadtrat Niemann (siehe Interview Ausgabe Februar 2006, Seite 1) überein, dass der Helene-Weigel-Platz zu den interessantesten Orten des Bezirks gehört und weiter ein wichtiges Zentrum des Bezirks bleibt, nicht aber mit seiner Einschätzung des derzeitigen Zustandes und seiner Perspektive.
Auch deshalb hat der Ausschuss für Wirtschaft der BVV am 7.2. den Entwicklungsstand und die Perspektive des Helene-Weigel-Platzes behandelt.
Für die meisten Gewerbetreibenden ist die Lage nicht rosig. Es bleiben immer mehr Kunden weg, die Umsätze sinken.
Die Anwohner des Platzes sind beunruhigt über die Schließung von ALDI am 30.6. in der Springpfuhlpassage, der „Wohltat'schen Buchhandlung" und von „multistore" am 31.3., aber auch über die Verlagerung des Bürgerbüros aus dem Alten Marzahner Rathaus nach Biesdorf-Süd. Immerhin haben sich rund 2500 Menschen mit ihrer Unterschrift gegen diese Verlegung ausgesprochen. Die lakonische Mitteilung in der Mieterzeitung der WBG Marzahn vom Januar/Februar über den Verkauf von 3858 Wohnungen an einen holländischen Investor und die Bekanntgabe weiterer Abrisse in der Stadt tragen keineswegs zur Beruhigung bei.
Gleichzeitig sehen die Händler am Platz mit großem Unbehagen dem 30.4. entgegen, wo LIDL und Schwarz mit seiner Tochter „Kaufland" in der Poelchaustraße ein sogenanntes Kiez-Naherholungszentrum eröffnet, das in der Lage ist, rund 40 000 Menschen, das sind mehr Menschen als heute im Stadtteil Marzahn-Süd leben, mit Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen. (Siehe ND v.18.10.05). Wir unterstützen deshalb die Bemühungen der Vorsitzenden des Ausschusses und Sprecherin der INITIATIVE Helene-Weigel-Platz, Prof. Erika Maier, Die Linke.PDS, alte Parteien wieder ins Boot zu holen, um gemeinsam etwas für den Platz zu tun und damit den Gründungskonsens der INITIATIVE wieder mit Leben zu erfüllen.
Genauso unterstützen wir den Vorschlag der stellvertretenden Ausschuss-Vorsitzenden Ollech, SPD, für die Entwicklung des Platzes einen Gesamtplan auszuarbeiten. Das entspricht dem bereits am 21.12.2000 gefassten Beschluss der BVV „Unter-Schutz-Stellung des Bereichs am Springpfuhl, des Helene-Weigel-Platzes und seiner näheren Umgebung": Der Beschluss beinhaltet u.a. die Vorlage eines Bebauungsplanes für das Gesamtgebiet.
Dr. Helfrid Kreutzer, Vorsitzender des Springpfuhl e.V.
Quelle: Marzahn-Hellersdorf links, Die Linkspartei.Partei des demokratischen Sozialismus - Informationsblatt / März 2006