Die große Überschrift "Kaiser's kommt wieder" in der Berliner Woche lässt erkennen, dass der Autor die Bedeutung des von der TLG IMMOBILIEN GmbH am 14.07.09 im Alten Marzahner Rathaus vorgestellten Projektes für die Neubebauung der Westseite des Helene-Weigel-Platzes nicht mal zur Hälfte verstanden hat.
Was endlich wieder kommt ist die Erkenntnis der Marzahner Politiker, den architektonisch gelungensten Platz des Stadtbezirks wieder zu dem zu machen, was er mal war, zu einem beliebten, gerne besuchten Teil unserer Stadt.
Mit der Neugestaltung der Westseite des Platzes soll nach der Reparatur und Modernisierung wieder ein unverwechselbarer Anziehungspunkt für die Marzahner entstehen. Ich stimme der Bemerkung des Marketing Chefs der TLG, wenn er das Projekt "als eine entscheidende Zäsur" mit weitreichenden Auswirkungen für den ganzen Platz bezeichnet, ohne jede Einschränkung zu.
Heute weiß ich nun auch, dass es keine Höflichkeitsfloskel des Stadbezirksrates für Wirtschaft war, als er im ersten Gespräch mit dem Verein am 21.01.07 erklärte, dass er die Marzahner Promenade und den Helene-Weigel-Platz für die wichtigsten Entwicklungsgebiete des Bezirks hält. Übereinstimmung konnten wir auch im darauf folgenden Gespräch mit dem Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung feststellen. Beide erklärten die Notwendigket der Verlagerung des Bürgerbüros aus dem Alten Rathhaus Marzahn nach Biesdorf-Süd und sagten zu, sich für die Durchsetzung des BVV-Beschlusses im Rathaus Möglichkeiten für eine zeitlich eingeschränkte Beratung zu schaffen, einzusetzen.
Und last not least weiß ich heute auch, dass die von den leitenden Männern der TLG in den Gesprächen im Juni 2006 und im Mai 2007 getroffene Feststellung, wonach der Helene-Weigel-Platz in ihrem Unternehmen als wichtiger Standort eingeordnet sei, in den investiert werden, soll keine Floskel war, sondern dass zu jener Zeit schon hart an einem Projekt gearbeitet wurde.
Ich habe nicht die Absicht, die Leser damit zu behelligen aufzuzählen, wer, wann oder welche Partei am meisten die Trommel gerührt hat, in welcher Zeitfolge was abläuft, wo die Baustelleneinrichtung stehen wird usw.. Wer will, kann das alles nachlesen und begucken unter www.helene-weigel-platz.de.
Nicht unerwähnt allerdings möchte ich lassen, dass die Inititatorin der Bemühungen um die Entwicklung des Platzes, die frühere Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Prof. Erika Maier war, die zu diesem Zweck die parteiübergreifende "INITIATIVE-HELENE-WEIGEL-PLATZ" ins Leben gerufen hat und dass die Weiterführung dieser Arbeit der "Springpfuhl e.V." aufgenommen hat und nach wie vor als den Hauptinhalt seiner Arbeit betrachtet.
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2009 und es ist klar, dass sich in dieser Zeit zum Teil unumkehrbare Veränderungen vollzogen haben (z.B. sind aus 3300 Quadratmetern Verkaufsraumfläche für eine verringerte und älter gewordene Bevölkerung fast 12000 Quadratmeter geworden). Daraus zu schlussfolgern, Kaiser's wird nicht gebraucht, verkennt völlig die Situation. Kaiser's wird der Kaiser bleiben, nämlich die einzige Verkaufseinrichtung am Helene-Weigel-Platz, die ein Vollsortiment anbietet. Gegebene Zusagen, z.B. im Alten Marzahner Rathaus ein mobiles Bürgerbüro einzurichten oder ein Förderprojekt City-Management Helene-Weigel-Platz einzurichten, sind noch offen. Aber genau so klar ist auch, dass wir die Vision nicht aufgeben, dass das Rathaus des Stadtbezirks dort "stattfindet" wo es mal für 25 Millionen Mark-Ost hin gebaut wurde und nicht in einem 08/15 gepachteten Bürogebäude in der Hellen-Mitte, wo allmählich immer mehr Lichter ausgehen.
Dr. Helfrid Kreutzer - Vorsitzender des Springpfuhl e.V.
Quelle: Augustausgabe 2009 der "Marzahn-Hellersdorf links"