Schwerpunkte der Vereinsarbeit 2010 - 2015 / 2016 - 2017

vorgesehene städtebauliche Entwicklung des Ostteils des Helene-Weigel-Platzes
2016 - 2017



Der Verein hat sich in der zurückliegenden Wahlperiode in enger Zusammenarbeit mit der 2012 gebildeten "Zukunftsagentur Helene-Weigel-Platz" an der Diskussion zur zur städtebaulichen und verkehrlichen Entwicklung des Ostteil des Helene-Weigel-Platzes beteiligt.
Durch die 2012 entstandene Projektgemeinschaft ( Planungsgruppe 4 und Gesellschaft für Gesamtverkehrsplanung ) wurde der Entwurf eines städtebaulichen und verkehrsplanerischen Entwicklungskonzeptes im Sinne einer Angebotsplanung für den Ostteil des Platzes erarbeitet. Es entstanden Vorschläge für die Entwicklung dieses Standortes. Alle Varianten sahen den Abriss des "Kino Sojus" vor. Die Berliner Medien haben in den letzten Wochen ausführlich über die bisher getroffenen Entscheidungen und die vorgesehene Planung informiert.

Die umfassendsten, mit den staatlichen Einrichtungen, dem Investor und dem ausführenden Architekturbüro abgestimmten Informationen werden vom Mitglied des Redaktionskollegiums der Internetausgabe des Bezirksjournals LichtenbergMarzahn, Volkmar Etzel, publiziert. Mit Zustimmung des Autors werden mit geringfügigen Kürzungen den weiteren Informationen zu Grunde gelegt.


Das Sojus wird abgerissen

Marzahn. Jetzt steht fest: Spätestens im Frühjahr 2017 müssen sich die Tauben, die den Helene-Weigel-Platz 12 seit Jahren als ihre Heimstatt erkoren haben, ein neues Zuhause suchen. Denn dann rollen die Bagger an und reißen das in den Jahren 1980/81 nach Plänen der Architekten Wolf R. Eisentraut und R. Kabisch erbaute Kino Sojus an der Allee der Kosmonauten ab. An gleicher Stelle soll ein neues dreigeschossiges Gebäude mit einem Verbrauchermarkt (Rewe) im Erdgeschoss und seniorengerechten Wohnungen für 100 Personen auf zwei Etagen entstehen.

Wie Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU) am Dienstag, 23. August, informierte, ist nördlich davon außerdem ein zugehöriges Parkdeck mit 215 PKW-Stellplätzen auf vier Ebenen geplant. "Es geht kein Stellplatz verloren", sagte der Stadtrat. "Im Gegenteil: Während wir bis dato 246 Stellplätze auf der östlichen Seite des Helene-Weigel-Platzes haben, werden es nach Fertigstellung des Gebäudeensembles knapp 280 sein." Das Parkdeck sei öffentlich und für Anwohner kostenfrei nutzbar. Auch die knapp 60 Parkplätze des Verbrauchermarktes seien nach Ladenschluss weiter öffentlich zugänglich. Die öffentliche Hand werde nicht in das Parkdeck investieren. Gemäß einem vor kurzem gefassten Bezirksamtsbeschluss werde eine zusätzliche Fläche von unter 2.000 Quadratmetern, die bislang dem Bezirk gehört, im Direktvergabeverfahren an den Investor verkauft, so der Stadtrat. "Sonst wäre der Baukörper, so wie er jetzt projektiert ist, nicht möglich gewesen", sagte er.

Altersgerechte Wohnungen Matthias Faust vom Architektenbüro "Fabrik No°40 Architekten Weiß & Faust" erläuterte, dass in dem Projekt-Entwurf das städtebauliche Leitbild beachtet wurde. So werde es kein neues Hochhaus geben, sondern die Höhe der Umgebungsbauten seien aufgenommen worden. Die Investitionssume für ein Projekt dieser Art liege erfahrungsgemäß zwischen zehn und 15 Millionen Euro, so Faust. Darin sei das Parkdeck jedoch noch nicht enthalten. Der Neubau soll mehrere Ein- und Ausgänge erhalten, insbesondere in Richtung Ärztehaus. Über dem Rewe-Markt sei eine Dachterrasse als Aufenthaltsfläche für die Bewohner vorgesehen. Eine zweite Terrasse solle es auf dem Obergeschoss geben. Die altersgerechten Ein-bis Zwei-Zimmerwohnungen würden mit Balkonen ausgestattet. Wie Christian Gräff ergänzte, sei man bereits mit Service-Dienstleistern für betreutes Wohnen und Tagespflege aus Marzahn-Hellersdorf im Gespräch.

Bizarre Eigentumslage Erst vor wenigen Wochen, so der Stadtrat, habe es eine Einigung mit dem jetzigen Eigentümer gegeben. Dieser hatte das Sojus 2007 im Zuge einer Zwangsversteigerung erworben und das Kino nach 26 Betriebsjahren umgehend geschlossen, um es meistbietend weiter zu veräußern. Weil das nicht klappte, verfiel das Haus zusehends. "Das Amt musste Sicherungsmaßnahmen vornehmen", erklärte der Stadtentwicklungsstadtrat. Ein missglückter Verkauf des ehemaligen Kinos an eine Privatperson, die den Kaufbetrag nicht zahlte, muss nun rückabgewickelt werden. Erst dann könne der neue potenzielle Investor auch der neue Eigentümer werden. Deshalb wurden bisher mit der Regie Bauträgergesellschaft mbH auch nur "Verträge mit aufschiebender Wirkung" abgeschlossen.

Ob der markante Schriftzug "Sojus" von dem zum Abriss stehenden Gebäude ins Museum wandert oder am Neubau angebracht wird, sei noch offen, er werde aber auf alle Fälle gerettet, erklärte Christian Gräff. Er rechne mit einer Fertigstellung des Bauvorhabens im Jahr 2018.

Rathaussanierung in neuer Wahlperiode angehen Im Hinblick auf das stark sanierungsbedürftige alte Marzahner Rathaus erklärte Christian Gräff, dass das Bezirksamt mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) im Gespräch sei. Der Bezirk könne die erforderlichen Sanierungskosten von rund 20 Millionen Euro nicht aufbringen. Denkbar sei, das Rathaus in das Sondervermögen der BIM zu übertragen, die es dann ihrerseits saniert. Der Bezirk könnte das Gebäude nach Abschluss der Arbeiten dann zurückmieten. Vorstellbar sei auch, dass der Bezirk den Ratskeller später für kulturelle Veranstaltungen nutzt. "Die Rathaussanierung ist eine große Aufgabe, mit der man zu Beginn der neuen Legislaturperiode gleich in den Hauptausschuss gehen muss", so Gräff.

Linke beklagen den Abriss Wenige Stunden nach dem Pressegespräch verbreiteten Regina Kittler (Linke), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und Björn Tielebein, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf, eine Erklärung, in der sie unter der Überschrift "Kaufhalle statt Kultur" den Abriss beklagen. "Die BVV von Marzahn-Hellersdorf fasste im Mai 2015 mit den Stimmen aller Fraktionen den Beschluss, das Bezirksamt zu beauftragen, eine kulturelle Nutzung des ehemaligen Kino 'Sojus' zu prüfen", heißt es darin. Das Ergebnis dieser Prüfung sei der BVV jedoch nicht mitgeteilt worden.



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Volkmar Etzel
24.08.2016
http://www.lichtenbergmarzahnplus.de/sojus-wird-abgerissen


Unter Berücksichtigung der sich abzeichnenden städtebaulichen und verkehrlichen Entwicklung des Ostteil des Platzes hat die Mitgliederversammlung des Vereins festgelegt, mit den Investoren und dem Architekturbüro eine enge Zusammenarbeit zu organisieren. Als Schwerpunkte der Zusammenarbeit werden ua. die Einordnung des Ärztehauses und die verkehrliche Verbindung der beiden städtebaulichen Stadtteile betrachtet.


Dr. Helfrid Kreutzer
Vorsitzender


Volkmar Schwarz
Stellv.Vorsitzender

Rechenschaftsbericht des Springpfuhl e.V. 2012 - 2014

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